Niklas Vints Rezension von Lars-Olof Lampers

Ein tolles Bild aus den Sechzigern in Schweden

Zwei Diebe treten ein Im Büro der Skandinaviska banken in Göteborg. Dann verkommt alles zur Farce. Der eine – in Frauenkleidern, mit Perücke und lockeren Brüsten – springt über die Kasse und gerät mit der Kassiererin in Streit, bevor es dem anderen gelingt, sich und den Kunden in die Beine zu schießen. Die Diebe humpeln zu ihren versteckten Anzügen, um dem Schwimmen zu entkommen, und werden von Bankangestellten verfolgt, die Steine ​​werfen.

Es ist ein unbestreitbar starker Anblick.

Noch seltsamer wird es, wenn Lars Olof Lampers Deckt den Rest des gescheiterten sogenannten „Froschdiebstahls“ auf. Aber das ist nicht das einzige Merkwürdige, das an diesem Tag, dem 29. Juli 1965, in Göteborg passiert.

Drei Jungs Er steigt in einen Volvo PV, um zu campen. Ein anderer junger Mann, der kurz vor dem Wechsel auf die Kunsthochschule steht, schreibt noch eine letzte Postkarte an seine Eltern. Dann verschwinden alle vier, und man wird nie wieder etwas von ihnen hören.

Hängen die Ereignisse zusammen? fragt der Verleger geschickt.

Spoiler-Alarm: Die Antwort lautet natürlich nein – und das Buch macht deutlich, dass es keinen wirklichen Grund gibt, sich diese Frage zu stellen. Die Jungs werden immer noch vermisst und wir wissen bis heute fast nichts darüber, wie und warum sie in den Rauch geraten sind. Wer auf eine Offenbarung oder darauf hofft, dass die wuchernden Fäden des Buches auf dramatische Weise miteinander verwoben werden, hofft vergeblich.

Aber das führt nicht zum Zusammenbruch des Buches. Mit Hilfe der drei Fälle zeichnet Lampers ein faszinierendes Bild des wahren Helden des Buches: des seltsamen Ortes, der da ist Schweden 1965.
Auf der Suche nach den vermissten Jungen werden wir durch die dunklen Straßen des Arbeiterviertels Haga geführt, die von Holzhäusern ohne Toiletten und fließendem Wasser dominiert werden.

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Polizeiinterviews und Zeitungsartikel zeichnen ein chaotisches Bild der Umgebung, die die drei Männer in PV hinterlassen. Eine Welt, in der Menschen zwischen den Jahrzehnten der Zerstörung in die Häuser von Freunden ein- und ausziehen. Der Versand erfolgt über Postkarten oder Zettel, die an den Kassen des Systemhauses angebracht werden. Dort deuten leere Flaschen auf dem Tisch darauf hin, dass sich tagsüber jemand in der Wohnung aufgehalten hat, sagen aber nicht wer.

Wo der eine hingeht und der andere in der Jugendhilfe.

einer der Vermissten, Kjell-Åke ist 16 Jahre alt und arbeitet bereits seit mehreren Jahren. Ich bin gerade Vater geworden. Reinigt Öltanks.

Einer der anderen Spieler im Trio heißt Jay Roger Carlson. Das letzte Mal, dass ihn jemand sieht, ist, wenn er um 06.30 Uhr mit seinem Freund Sonny auf Jobsuche geht.

Vor einer Personalagentur treffen sie auf einen LKW-Belader, der „einen alten Mann braucht“, woraufhin Guy Roger einspringt und ihn mitnimmt. Niemand hat es als vermisst gemeldet. Zuvor war er laut seiner Stiefmutter „eineinhalb Jahre“ abwesend gewesen. Detaillierte Informationen für die Polizei enden in einer endlosen Sackgasse. Ein Mann, der sich „Boss“ oder vielleicht „Pipen“ nennt, behauptet, dass Jay Roger mit jemandem namens „Klinga“ zusammenlebt.

Die P3-Übertragung beginnt um 18.30 Uhr.

Diese seltsame Unterwelt Durchbrechen Sie die Schlupflöcher in einer gut organisierten Gesellschaft, da viele der heutigen politischen Gespräche Nostalgie hervorrufen. Denn eine gute Organisation gehört natürlich auch dazu. Lampers erwähnt es nebenbei: In den zwei Jahren bis zum Sommer 1965 wurden alle Morde und Morde in Stockholm aufgeklärt.

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Im vergangenen Jahr, 56 Jahre später, sind noch 252 Ermittlungsverfahren wegen mutmaßlicher Morde in der Hauptstadt offen.

Man kann sich leicht eine Kontinuität zwischen damals und heute Schweden vorstellen, aber für einen jungen Schweden von heute wäre eine Reise nach Göteborg im Jahr 1965 in vielerlei Hinsicht fremder als eine Reise in das heutige Tokio oder London.

Die Vergangenheit ist in der Tat ein fremdes Land, schreibt LB Hartley, und dieses Buch ist eine lustige Erinnerung.

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